Baumarkt

30.4.2011

War heute im Baumarkt einkaufen. Was mir aufgefallen ist: Früher haben die Leute sich auf solche Einkäufe vorbereitet,  Skizzen angefertigt und die Maße eingezeichnet,  heute fahren sie erstmal hin und telefonieren dann, vor dem Regal stehend,  wild durch die Gegend (ich konnte den Elektrosmog förmlich riechen), um die jeweiligen Spezifikationen beim zu Hause gebliebenen Lebensabschnittspartner  abzufragen bzw. von ihm  bestätigen zu lassen, was nicht selten erstaunlich lange und in gereiztem Ton geführte Diskussionen zur Folge hat, speziell wenn es sich bei der Auskunftsperson um eine Frau (ok, nicht zwingend) handelt, der man die Begriffe „Höhe/Tiefe/Breite“  erstmal soweit verklickern muss, dass eine Verwechslung ausgeschlossen bzw. deren Wahrscheinlichkeit minimiert wird. 

Hier werden speziell beim Kauf von Einbauobjekten die Weichen gestellt  für a)  ein friedliches oder b)  ein von massiven Vorwürfen („… zu blöd um eine Kante abzumessen…“)  bis hin zur endgültigen Trennung  (gibt es eigentlich nicht, nach dem Motto: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist, aber es ist nie wirklich vorbei, solange nicht einer der beteiligten den Löffel abgibt)  geprägtes Wochenendes. Puhh, das war ein verdammt langer Satz! Ist er trotzdem rübergekommen?

Man kann im Baumarkt auch hautnah erfahren, was der vielbeschworene „Kampf um knappe Ressourcen“ bedeutet: Ein halbwegs kompetent aussehender Mitarbeiter im Fachgespräch mit einem Kunden, von 10 hilfesuchenden Kunden umlagert, alle auf eine Minigesprächspause, was heisst Gesprächspause, auf  ein Atemholen lauernd, um mit einem „Nur eine ganz kurze Frage!“ dazwischen zu gehen. Problem: Im Baumarkt ziehen auch einfache Fragen unweigerlich Zusatzfragen nach sich!

Dann noch ein baumarktspezifisches Phänomen: Wie erwische ich die richtige Kasse? Da kannst Du nicht wie im DM – Markt anhand des Wageninhalts ungefähr abschätzen, wie viel Zeit der einzelne Kunde an der Kasse beanspruchen wird – natürlich auch dort ohne Gewähr,  gerade bei Müttern mit Kinderwagen zeigt sich  an der Kasse plötzlich, dass dieser über eine Zusatzfunktion als Einkaufswagen von ungeahnter Kapazität verfügt. Nein, im Baumarkt sagen Menge und Grösse der Artikel auf dem Wagen wenig über das Problempotential am Point of Sale aus . Mir ist lediglich aufgefallen, dass bei jedem 2. Kunden ein Vorgesetzter herbeigerufen wurde,  wobei auch hier i.d.R.  ein erstaunlich umfangreicher Austausch von Argumenten Gegenargumenten stattfand. Aber vielleicht war das Zufall. Für eine statistischen Relevanz war die Stichprobe dann doch zu klein.

***

Kämpfe gerade mal wieder gegen eine von diesen hirnrissigen Excel Funktionen, die man ohne Absicht ausgelöst hat (in diesem Falle eine sog. „Rahmenlinie“, d.h. eine rel. dicke gestrichelte Linie quer über das ganze Blatt), und die man ums Verrecken nicht mehr wegkriegt (jedenfalls wenn man zum Typus „Handbuch? Nee wie geht das?“ gehört). Oder man versuche mal, einen Text, der in  Excel mehrere Zellen einnimmt, in eine Worddatei zu kopieren, da wird man seines Lebens nicht mehr froh.  In solchen Momenten würde ich Bill Gates und seine „Eine-Funktion-geht-noch“-Programmiererautisten am liebsten auf den Mond schiessen. OK, die Computerfreaks rechtfertigen das ganze immer mit dem Argument, dass man jede einzelne Funktion deaktivieren kann. Ja wo sama denn! Ich gehe doch auch nicht ins Bordell und sage, was ich nicht will: „Heute ohne Zehenlutschen, das kriege ich bei der Fusspflege billiger!“.

***

Ich tue mich schwer, Dinge wegzuschmeissen, insbesondere Kleinteile, die irgendwo herumschwirren, z.B. einzelne Schlüssel, bei denen niemand weiss, zu welchem Schloss sie passen, dann jede Form von Kunststoffteilchen, Zwischenstücken,  Kugelschreiberspiralen und speziell Verschlusskappen und Deckelchen – da habe ich immer die schmerzliche Vorstellung, dass irgendwo ein Filzstift oder Stabilomarker gerade qualvoll „verdurstet“. Immerhin bin ich jetzt schon soweit, dass ich Dinge, deren Funktion beim besten Willen nicht erkennbar ist, beim zweiten oder dritten Anlauf entsorge.

***

Werbeanzeigen

Über christianueberschall

I am a strange and amazing guy!
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s