El Fondor pasa

Ein kluger Kopf hat einmal gesagt, dass die Welt erst erlöst sein wird, wenn alle denkbaren Wortspiele gebildet worden sind. Das hat seinen Preis. Der Erlösung vorgeschaltet ist eine Wortspielhölle, in der sich ein Heer von Werbefuzzis, Kabarettisten und Journalisten  (besonders anfällig: Feuilleton und Sport sowie die Bildzeitung, die sich auf Namen spezialisiert hat: Robertos Nerven liegen blanco, Dortmund steht Klopp) tummeln, assistiert von  Amateurwortspielakrobaten, die einem nach jedem vermeintlich geglückten Versuch mit dieser Mischung aus Stolz und Erwartung anschauen, die besagt: Du bist Dir hoffentlich darüber im klaren, einem der begnadetsten Könner dieses Fachs gegenüberzusitzen.

Ich bin kein Freund von Wortspielen, die lediglich auf zwei unterschiedlichen phonetischen Bedeutungen eines Wortes beruhen, wenn es zwischen diesen Bedeutungen  keinen Zusammenhang gibt, was leider meistens der Fall ist. Diese Variante ist einfach nur krampfig und somit vollkommen überflüssig.  OK, vor Willi Astor ziehe ich den Hut, weil er daraus eine eigene Kunstform gemacht hat, die man mit einer Mischung aus Faszination und Verständnislosigkeit betrachtet.

Eine ganz andere Kategorie sind Wortspiele, die durch minimale Veränderungen von Worten entstehen, deren neue Bedeutung in den Kontext passt. Beispiele: „Psychotheropat“, „Sie fühlt sich auf den Schlitz getreten“ oder „Hart an der Scherzgrenze“. In die gleiche Kategorie fallen Edelschüttelreime, wie sie im SZ Magazin zelebriert werden. Ich persönlich finde Buchstaben- oder Silbenvertauschungen bei Eigennamen witzig: Piccolo Naganini, Mehudi Yenuin, Wenstantin Kocker oder Schlaudia Kiffer / Kiffia Schlauder.

Und nun zum Titel dieser Kolumne: Vorgestern hatten wir im kleinen Kreis eine Diskussion über Gewürzvorlieben, und da stellte sich heraus, dass es eine Maggi- und eine Fondor Fraktionen gibt, das ist scheinbar so etwas ähnlich grundsätzliches wie Beatles vs. Stones oder Apple vs. PC. Und im Verlauf dieser Diskussion fiel der eingangs zitierte Satz (Urheberrecht Otto Künzli, seines Zeichens genialer Schmuckdesigner und Kunstprofessor). Ich finde den Satz grossartig und musste soeben beim niederschreiben noch einmal herzhaft lachen!

Advertisements

Über christianueberschall

I am a strange and amazing guy!
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s